Oktober
Jagdmond
Abgeerntete, kahle Felder offenbarten das Wild; die Zeit der Jagd.
Auch genannt
Mond der fallenden Blätter · Blutmond (altes Europa)
Ursprung des Namens
Nach der Ernte verbargen die nackten Felder nichts mehr: Das Wild, fett von den Nachlesen des Sommers, war von Weitem zu sehen. Wie seine Schwester im September geht der Jagdmond früh auf, mehrere Abende in Folge — Licht genug, die Pirsch zu verlängern. Das alte Europa nannte ihn derber Blutmond: der Monat, in dem man die Tiere schlachtete, die man über den Winter nicht füttern konnte.
Man erzählt sich…
Man erzählte sich, der Oktober sei der Mond der Vorräte gewesen: räuchern, salzen, in Fässer legen. Alles, was man unter diesem Mond tat, zielte auf denselben Horizont — durch den Winter zu kommen.
Das Wort des Almanachs
Tief über dem Horizont wirkt der Jagdmond oft riesig und orange: eine optische Täuschung, die noch niemand ganz erklärt hat.